Maskenpflicht auf Ibiza: Was jetzt wirklich Sache ist

16.07.2020

 

Der Aufschrei war groß: Seit dem 13. Juli 2020 gilt auf den Balearen – und damit neben Mallorca und Menorca auch auf Ibiza und Formentera – eine verschärfte Maskenpflicht. Eine große Verunsicherung bei den Urlaubern und Stornierungen sind die Folge. Aber muss man jetzt wirklich immer und überall auf den Balearen eine Maske tragen – auch im Restaurant und am Strand? Soviel vorweg: Ja, die neuen Regeln sind strenger als beispielsweise in Deutschland oder Österreich. Aber trotzdem lässt sich meiner Meinung nach Urlaub auf Ibiza genießen (Tipps dazu siehe unten)! Und hey: Ibiza mit Maske ist immer noch besser als kein Ibiza.

 

 

Danke ignorante Ballermann-Touristen!

Fakt ist: Die Balearen-Regierung will unter allen Umständen verhindern, dass aus insbesondere Mallorca ein zweites Ischgl wird. Und wer die Bilder vom zweiten Juli-Wochenende am Ballermann und in Magaluf gesehen hat, der wird zugeben müssen, dass diese Sorge durchaus berechtigt ist. Unglaublich diese ignoranten, asozialen Idioten, die gefeiert und gesoffen haben, als gebe es weder Masken, noch Abstandsregeln – und überhaupt schon gar kein Corona.

 

 

Sich an die Regeln halten – oder einfach zuhause bleiben

Ich persönlich bin alles andere als ein Masken-Fan. Nur wenn ich auf Ibiza beobachte, wie auch schon vor der verschärften Maskenpflicht ein Großteil der Einheimischen auf den Gehwegen und selbst im Auto eine Maske getragen hat, dann zeigt mir das, dass die Einheimischen wirklich ernsthaft besorgt sind, ja geradezu Angst haben. Und dabei spielt es keine Rolle, ob sie Angst vor dem Virus oder vor einem möglichen zweiten Lockdown haben. Anstand, Respekt und Höflichkeit gebieten es, dass Urlauber die Befindlichkeiten der Einheimischen respektieren und sich zumindest an die hiesigen Regeln halten. Ich persönlich empfinde die neuen Regeln als durchaus überzogen. Aber ich weiß, dass die Spanier einen Lockdown hatten, der weder mit dem österreichischen- und schon gar nicht mit dem deutschen Kuschel-Lockdown vergleichbar war. Und insofern kann ich sehr wohl nachvollziehen, dass die Spanier alles tun, um einen zweiten Lockdown zu verhindern. Also ganz egal, was man persönlich von den Regeln hält und ob man sich selbst für immun hält, die Gefahr leugnet oder es einem egal ist, ob man sich theoretisch infizieren könnte: Es gibt als Urlauber zu diesem Thema nichts zu diskutieren und es ist auch wirklich alles andere als cool, auf die Regeln zu pfeifen. Und wem das nicht passt, der kann – und soll doch bitte – zuhause bleiben!

 

 

Lieber Ibiza mit verschärfter Maskenpflicht als kein Ibiza

Grundsätzlich geht es laut Baleraren-Regierung darum, „sowohl die Besucher als auch Bewohner“ der Inseln zu schützen. Natürlich macht es keinen Spaß, bei 30 Grad im Freien oder im Restaurant am Tisch mit der Familie oder den Freunden eine Maske tragen zu müssen. Aber sich darüber aufregen macht die Sache nicht besser. Also versucht doch einfach, die Regeln zu akzeptieren und das Beste daraus machen. Denn je nachdem, wie man seinen Urlaub gestaltet, hat man es durchaus selbst in der Hand, ob man wirklich den ganzen Tag mit einer Maske rumlaufen muss oder nicht (siehe Tipps unten). Denn es gibt einige Ausnahmen, die man kennen sollte . . . 

 

 

Die neuen Regeln im Detail

Die neue Verordnung, die am 13. Juli 2020 für die gesamten Balearen in Kraft getreten ist, sieht folgende neue, verschärfte Regeln vor:

 

Ein Mund-Nasen-Schutz muss grundsätzlich im öffentlichen Raum in geschlossenen Räumen ebenso wie im Freien getragen werden, unabhängig davon, ob der Mindestabstand von 1,5 Metern eingehalten werden kann. Konkret heißt das, dass generell in der Stadt oder in Dörfern eine Maske getragen werden muss. Das gilt auch in Restaurants, Cafés und Bars – und zwar nicht nur beim Betreten oder Verlassen. Auch wenn man sitzt, muss laut Verordnung eine Maske getragen werden – außer beim Essen und Trinken. Was das letztendlich für die Praxis heißt, bleibt Auslegungssache. Die Gesundheitsministerin der Balearen, Patricia Gómez, apelliert an den gesunden Menschenverstand: Zwischen den einzelnen Gängen sei es demnach wohl vertretbar, die Maske nicht wieder aufzusetzen. Wenn man sich alleridngs an der Bar mit einem Bier in der Hand stundenlang unterhalte, dann solle man die Maske tragen. Das Gleiche dürfte für das Plaudern vor und nach dem Essen am Tisch gelten.

 

Die neue Verordnung verpflichtet zudem zum „korrekten Tragen“ von Masken. Das heißt: Nase und Kinn müssen bedeckt sein. Zudem sind (Staub-)Masken, die die Atemluft mittels Ventil ungefiltert wieder nach Außen abgeben, nicht erlaubt. Erlaubt sind Einweg-Masken ebenso wie die so genannten Comunity-Masken.

 

 

Kein Mund-Nasen-Schutz muss getragen werden (vorausgesetzt, dass zu Personen, die nicht dem eigenen Hausstand angehören, ein Mindestabstand von mindestens 1,5 Metern eingehalten werden kann) . . .

 

. . . beim Spazierengehen am Strand oder an der Uferpromenade.

 

. . . beim Sport oder Wassersport.

 

. . . in der freien Natur oder außerhalb geschlossener Ortschaften – also z.B. beim Spaziergang im Wald oder im Landesinneren.

 

. . . beim Liegen bzw. Sonnenbaden am Strand.

 

. . . natürlich im Nicht-Öffentlichen-Raum

 

 

Ebenfalls keine Masken tragen müssen . . .

 

. . . Kinder unter sechs Jahren.

 

. . . Jugendliche unter 16 Jahren, wenn sie sich mit der Familie oder mit Freunden treffen.

 

. . . Personen mit Problemen beim Artmen, wobei diese ein (ggf. ins Spanische übersetztes) ärtzliches Attest vorweisen können müssen.

 

 

Strafen bis zu 100 Euro

Wer gegen die neue Verordnung verstößt, muss mit Strafen bis zu 100 Euro rechnen. Eine Schonfrist, in der nur ermahnt, aber grundsätzlich noch keine Strafen ausgesprochen werden, endet mit dem 20. Juli 2020.

 

 

Ibiza genießen – trotz verschärfter Maskenpflicht

 

Die neuen verschärften Regeln lassen sich wunderbar einhalten, auch ohne rund um die Uhr einen Mund-Nasen-Schutz tragen zu müssen. Hier einige Tipps, was Ihr entsprechend der neuen Regeln auch ohne Maske tun könnt:

. Macht ein Picknick in der Natur oder am Meer! Dabei müsst Ihr auch nicht auf eine leckere Paella verzichten: Sonntags gibt es in Santa Gertrudis eine der besten Paellas der Insel „para llevar“ (zum Mitnehmen)

. Eine Wanderung nach Atlantis mit seinen in den Fels geschnittenen Naturpools

. Eine Wanderung oder Biketour auf Ibizas höchsten Berg, den Sa Talaia

. Eine Wanderung zu Ibizas vielleicht spektakulärstem Fotomotiv, der fünf Millionen Jahre alten steinernen Brücke in der Cala d'Albarca

. Macht Sport, zum Beispiel eine Kayak-, Mountainbike- oder Wanderung aus der 4-Day-Challenge-Ibiza

. Genießt Ibizas Beach Clubs und Strände, an denen Ihr übrigens überall – auch an der ersten Meereslienie vor den Beach Clubs – natürlich kostenfrei liegen dürft

 

 

 

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